Currently, there is no translation available.
Erschienen in: Mallorca Zeitung, Nr 603 (24. November 2011)
Download
Über mangelnde Auswahl auf Mallorca können sich Mieter nach Einschätzung von Steffen Döhne derzeit nicht beschweren. Wie der Geschäftsführer der Mallorca Mietbörse festgestellt hat, gibt es derzeit in allen Segmenten reichlich Nachschub. Nachdem die Preise schon in den Jahren zuvor zum Teil deutlich nachgelassen hatten, vermeldet Döhne für die vergangenen zwölf Monaten eine weitere Korrektur von im Schnitt 2,5 Prozent.
Steffen Döhne von der Mallorca Mietbörse hat wieder mehr Wohnungen im Angebot.
FOTO: FELDMEIER (Mallorca Zeitung)
Zum einen gebe es nach wie vor auf dem einheimischen Markt ein großes Angebot an Wohnungen, die vermietet werden, weil sie sich nicht wie ursprünglich geplant verkaufen lassen. Das drücke weiterhin die Preise. Andererseits hätten Mietwohnungen als Investition an Attraktivität gewonnen. „Nachdem es 2008 so richtig geknallt hatte, hielt jeder zunächst sein Geld fest“, so Döhne, der den Mietspiegel jedes Jahr auf der Basis interner Daten erstellt. „Jetzt geht der Trend weg vom Bargeld. Es verliert bei einer Inflation von knapp vier Prozent schnell an Kaufkraft.“ Auch der spanische Lebenshaltungskostenindex IPC spiegele diese Entwicklung. Folge: Kaufkräftige Immobilienkäufer investierten verstärkt auf dem Mietmarkt.
Döhne unterstreicht, dass die Rechte von Vermietern im Fall von zahlungsunwilligen Mietern gestärkt wurden. Seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise seien Zahlungsausfälle häufiger, so dass die Überprüfung der Referenzen immer wichtiger werde und sichergestellt werden müsse, dass sich kein Mieter finanziell übernehme.
Stärker gefragt sind nach Einschätzung von Döhne Mietwohnungen im Einzugsgebiet des Großraums Palma, um möglichst nahe an der Balearen-Hauptstadt und dem Flughafen zu wohnen. Auch Wohnungen oder Einfamilienhäuser entlang der Manacor-Schnellstraße erwiesen sich als attraktiv. Rückläufig sei dagegen der entferntere Südwesten wie Andratx und Camp de Mar. „Das ist zu weit weg und deswegen unpraktisch.“ Diese Entwicklung hat auch Magda Pajor von der Mietagentur Atlas Intereuro festgestellt: Die Nachfrage in Andratx habe abgenommen, „Peguera geht gerade noch.“ (siehe Interview)
Hier zeige sich, dass Mallorca verstärkt jüngeres Publikum anziehe, Personen um die 40, die im Berufsleben stünden und deswegen auch pendeln müssten.
„Mallorca wird cooler.“ Das hat auch zur Folge, dass vor allem individuelle und originelle Wohnungen sehr viel schneller vermietet würden als früher und deutlich höhere Preise erzielten – von ehemaligen Fischerhäuschen bis hin zu Wohnungen mit besonders hohen Räumen oder etwa freistehenden Badewannen. „Ein Objekt mit einem Schlafzimmer und für 1.200 Euro monatlich, aber in guter Lage und gut geschnitten, ist oftmals leichter zu vermieten als eine Dreizimmerwohnung mit klassischem Grundriss und in B-Lage für 700 Euro.“ Gerade das Trendviertel Portitxol, wo auch die Mallorca Mietbörse ihr Büro habe, sei in dieser Hinsicht eine Fundgrube.
Der Mietspiegel beruht auf internen Daten der Mallorca Mietbörse. Beträge in Netto-Kaltmieten. Die Wohnungsgrößen basieren auf Angaben der Eigentümer und Schätzungen. Objekte mit ausgefallener Lage oder Ausstattung sind nicht berücksichtigt, ebenso wenig Wohnungen in weniger attraktiven Lagen oder mit ungewöhnlich einfacher Ausstattung. Die Preisspannen beziehen sich auf Qualitätsunterschiede wie Lage, Heizung oder Aussicht.
Hier finden Sie den aktuellsten Mallorca-Mietbörse Mietspiegel!